Wenige 100 € bis mehrere 1.000 € solltest du für eine Abflussreparatur einkalkulieren. Die Kosten hängen stark davon ab, wo der Schaden entstanden ist und wie umfangreich die Behebung des Schadens ist. Wenn Wände aufgebrochen werden, um an die defekten Rohre heranzukommen, muss anschließend zusätzlich der Fliesenleger kommen.

Dusche, WC, Küche - überall, wo Wasser benötigt wird, verläuft ein Netzwerk aus Rohren - meist unsichtbar hinter der Wand. Läuft das Wasser nur langsam oder gar nicht mehr ab, liegt es häufig an einem verstopften Rohr. Kann die Verstopfung jedoch nicht mehr im Rahmen einer Abflussreinigung beseitigt werden, wird eine Abflussreparatur fällig. Und auch massive Schäden wie Rohrbrüche machen eine Abflussreparatur notwendig. Oft werden zusätzlich dann noch ein Fliesenleger sowie eine Trocknungsfirma beauftragt. Du möchtest wissen, mit welchen Kosten du im Falle einer Abflussreparatur rechnen musst? Hier findest du die Antworten…

Wer repariert einen Abfluss?

Wie bereits erwähnt, wird bei einer Abflussreparatur meistens nicht nur der Klempner beziehungsweise Anlagenmechaniker benötigt. Insbesondere dann, wenn die betroffenen Leitungen hinter der Wand liegen, sind fast immer noch weitere Fachkräfte beteiligt.

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Was macht der Klempner bei einer Abflussreparatur?

Der Klempner beziehungsweise der Anlagenmechaniker ist dafür zuständig, Schäden an den betroffenen Rohren und Abflüssen zu beseitigen, indem er Verstopfungen reinigt, vorhandene Rohre repariert oder neue Rohre fachgerecht installiert.

Was macht der Fliesenleger bei einer Abflussreparatur?

Manchmal müssen zur Reparatur des defekten Rohres oder zur Beseitigung einer tiefliegenden Verunreinigung, die Wände oder Fußböden geöffnet werden, hinter denen sich die betroffenen Leitungen befinden. In diesem Fall braucht es zusätzlich einen Fliesenleger, der nach Schadensbeseitigung die Wände oder Fußböden wieder neu verfliest.

Was macht die Trocknungsfirma bei einer Abflussreparatur?

Im Falle eines Rohrbruchs kommt es zumeist zu erheblichen Wasserschäden. Dann muss die Bausubstanz professionell getrocknet werden. Dann werden professionelle Trocknungsgeräte von einer Trocknungsfirma aufgestellt. In der Regel werden die Trocknungsarbeiten durchgeführt, bevor die betroffenen Wände oder Fußböden wieder verschlossen werden.

Wie repariert man einen Abfluss?

Nicht in jedem Fall muss der Handwerker kommen. Einen verstopften Abfluss kannst du in vielen Fällen auch selbst beseitigen. Nur bei tiefliegenden und hartnäckigen Verstopfungen oder bei einem Rohrbruch muss der Profi ran.

Geeignete Werkzeuge kannst du zum Beispiel im Internet bestellen. Eine mechanische und umweltverträgliche Lösung ist grundsätzlich einer chemischen Reinigung mit aggressiven Rohrreinigern vorzuziehen.

Je nach Lage der Verstopfung, können folgende Optionen helfen:

Vorsiebreinigung

Wenn das Wasser in der Dusche nur stockend abfließt, liegt es häufig an Haaren und Kosmetika, die sich im Vorsieb angesammelt haben. Dieses kannst du ganz einfach mit Hilfe eines Küchentuchs oder einer Bürste reinigen.

Saugglocke

Der Klassiker unter den Abflussreinigern ist die gute alte Saugglocke. Wichtig ist, dass diese den kompletten Abfluss bedeckt. Dann entsteht ein Unterdruck, der unkomplizierte Verschmutzungen aus den Rohren lösen kann. Diese können anschließend mit warmem Wasser weggespült werden. Für ein zuverlässiges Ergebnis den Vorgang ruhig mehrere Male wiederholen.

Drahtbürste

Die Drahtbürste ist sehr gut geeignet, wenn sich im oberen Bereich des Abflussrohres hartnäckige und feste Ablagerungen befinden. Die Metallspitzen lösen diese recht zuverlässig, ohne das Rohr selbst zu beschädigen.

Spirale

Die Spirale oder Spindel ist die erste Wahl, wenn tiefer liegende Verstopfungen im Abfluss entfernt werden sollen oder das Rohr sich tief in der Wand befindet. Die Spindel wird von Hand am Abflussrohrendstück eingeschoben. Mit Hilfe von Drehbewegungen werden Ablagerungen an den Leitungen abgetragen.

Siphonzerlegung

Verstopfungen entstehen häufig innerhalb der sichtbaren Rohre unterhalb des Waschbeckens, dem sogenannten Siphon. Im Falle einer Verunreinigung des Siphons kann dieses mit Hilfe einer Rohrzange geöffnet und anschließend gereinigt werden. Denk unbedingt daran, vor der Öffnung des Siphons einen Eimer unterzustellen! Ist das Siphon stark verstopft oder verkalkt, sollte es ausgetauscht werden.

Nichts hilft? Dann wird es Zeit, einen Fachmann zu kontaktieren! Dieser kann auch tiefer liegende und hartnäckige Verstopfungen mittels Spezialwerkzeug beseitigen und gegebenenfalls die betroffenen Rohre öffnen. Dies solltest du nämlich niemals auf eigene Faust tun, denn bei unsachgemäßer Manipulation an tiefer liegenden Rohren kann es zu Wasserschäden in der Bausubstanz oder zum Rohrbruch kommen.

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Was kostet die Beseitigung eines verstopften Abflusses?

Eine pauschale Antwort auf die Frage, was die Beseitigung eines verstopften Abflusses kostet, gibt es nicht. Wie bereits in den oberen Abschnitten beschrieben, können die Verstopfungen an sehr unterschiedlichen Stellen des Abflussrohres vorkommen. Normalerweise liegen die Kosten für eine Abflussrohrreinigung etwa zwischen 50 und 300 Euro.

Lassen sich die Verunreinigungen vom Abflussrohrendstück aus erreichen, sind der Aufwand und damit die Kosten deutlich geringer, als wenn für die Reinigung tief sitzender Verschmutzungen Wände und Fußböden geöffnet werden müssen. Und auch der Zustand der betroffenen Rohre spielt eine Rolle bei den zu erwartenden Kosten. Müssen Rohre ausgetauscht werden, kann dies, je nach Lage des Rohres, ebenfalls aufwändig und teuer werden. Wird ein Notdienst in Anspruch genommen, erhöht auch dies die Kosten noch einmal erheblich. Dann fallen bis zu 100% Notdienstzuschlag auf Arbeitskosten und Anfahrt an.

Hier ein Rechenbeispiel für eine durchschnittliche Rohrreinigung mit Einsatz einer Rohrreinigungsmaschine:

Leistung

Kosten

Anfahrt (Pauschale)

36,- €

Arbeitszeit (2 Stunden)

84,- €

Maschineneinsatz (2 Stunden)

154,- €

Gesamtkosten

254,- €

Wird ein Notdienst in Anspruch genommen, erhöhen sich die Gesamtkosten noch einmal um etwa 100 Euro, wenn wir von 100 Prozent Notdienstzuschlag auf Anfahrt und Arbeitszeit ausgehen.

Was kostet eine Rohrbruch Reparatur?

Ist das Rohrmaterial bereits angegriffen oder sind Rohre unsachgemäß befestigt, kann es zum Rohrbruch kommen. In diesem Fall ist der Schaden meist erheblich, da ein Rohrbruch in der Regel mit einem größeren Wasserschaden einhergeht. Dann kommt das volle Programm zum Einsatz, sprich Neuinstallation von Rohren, Trocknungsarbeiten sowie die Sanierung von betroffenen Wänden und Fußböden. Im Schnitt belaufen sich die Kosten für eine Rohrbruch-Reparatur auf etwa 1.400 Euro, je nach Umfang des Schadens.

Hier ein Rechenbeispiel für eine durchschnittliche Rohrbruch-Reparatur, inklusive Trocknung und Sanierung:

Leistung

Kosten

Schadensbehebung bzw. Austausch der Rohre durch den Anlagenmechaniker

385,- €

Trocknungsarbeiten (inkl. Stromkosten)

450,- €

Sanierung der Wandfläche und der Bodenkante (3 lfdm)

340,- €

Rückkaufwert der Schäden am Mobiliar

180,- €

Gesamtkosten

1.405,- €

Wie lange dauert es, bis ein Rohrbruch repariert ist?

Der Rohrbruch selbst ist in der Regel binnen weniger Stunden behoben. Die anschließenden Trocknungs- und Sanierungsarbeiten hingegen können sich über viele Wochen oder sogar Monate hinziehen, je nach Umfang des Schadens.

Um das Ausmaß des Schadens zu begrenzen, solltest du nach einem Rohrbruch sofort folgende Maßnahmen umsetzen:

  • Wasser abstellen
  • Strom abstellen oder mindestens die Geräte vom Strom nehmen, die sich in den vom Wasserschaden betroffenen Räumen befinden
  • Eimer aufstellen, um eventuell tropfendes Wasser von den Decken oder aus der Leitung aufzufangen
  • Wasser mit Hilfe von Feudel und Eimer abschöpfen
  • Klempner beziehungsweise Klempner-Notdienst verständigen
  • Mobiliar retten
  • Schaden dokumentieren, zum Beispiel mit Fotos
  • Versicherung beziehungsweise Vermieter informieren
  • Gegebenenfalls Feuerwehr hinzuziehen

Sind die Sofortmaßnahmen umgesetzt, geht’s mit den Reparatur-, Trocknungs- und Sanierungsarbeiten los. Mit diesen Zeiträumen musst du rechnen:

Maßnahme

Dauer

Sofortmaßnahmen

maximal 24 Stunden

Reparatur des defekten Rohres

wenige Stunden

Trocknungsarbeiten

wenige Tage bis mehrere Monate

Sanierungsarbeiten der Rohre

Wochen bis Monate

Sanierung von Wänden und Fußböden

einige Tage bis Wochen

Je nach Schwere des Schadens können sich einige Maßnahmen länger hinziehen. Ist die Wohnung beziehungsweise das Haus nicht zugänglich und sind große Teile des Mobiliars betroffen, müssen diese aus dem Gebäude geschafft und woanders zwischengelagert werden. Das kann zusätzlich mehrere Tage oder Wochen in Anspruch nehmen.

Wer zahlt die Kosten für eine Abflussreparatur?

Häufig handelt es sich bei einem Rohrbruch sowie den damit verbundenen Folgeschäden um einen Versicherungsschaden. Welche Versicherung zuständig ist, hängt vom individuellen Fall sowie den betroffenen Stellen am Haus ab. Mieter profitieren häufig von der Absicherung des Hauseigentümers. Du fragst dich, welche Versicherung du kontaktieren sollst? Hier ein Überblick…

Gebäudeversicherung des Hauseigentümers

Die Wohngebäudeversicherung des Hauseigentümers zahlt für den Wasserverlust durch den Rohrbruch und trägt die Kosten für Reparatur und Instandsetzung des Gebäudes sowie die Kosten für Sanierungsarbeiten an der Bausubstanz. Dazu gehören die unmittelbaren Schäden genauso wie eventuelle Folgeschäden. In der Regel sind alle Zu- und Ableitungsrohre des Gebäudes versichert. Tritt aus diesen Leitungswasser aus, ist der Versicherer zur Schadensregulierung verpflichtet. Gut zu wissen: Ist die Wohnung oder das Haus vorübergehend nicht bewohnbar, übernimmt die Wohngebäudeversicherung in der Regel auch die Kosten für eine Ersatzunterkunft, zum Beispiel die Unterbringung im Hotel oder in einer Ersatzwohnung. Dem Vermieter ersetzt sie zudem auch durch den Schaden entstandene Mietausfälle.

Hausratversicherung des Mieters

Die Hausratversicherung kommt für alle Schäden am Hausrat auf. Dazu gehören alle beweglichen Teile der Wohnung, zum Beispiel das betroffene Mobiliar, Fußböden, Elektrogeräte sowie die Einbauküche. Damit die Versicherung zahlt, ist es unbedingt notwendig, den Schaden möglichst gründlich zu dokumentieren. Mach also am besten so viele Fotos wie möglich, noch bevor du die Möbel in Sicherheit bringst!

Haftpflichtversicherung des Verursachers

Wurde der Schaden durch einen dritten verursacht, trägt die Haftpflichtversicherung des Verursachers Folgeschäden, wie zum Beispiel den Wasserschaden beim Nachbarn. Kommt durch deinen eigenen Wasserschaden ein Dritter zu Schaden, zahlt entsprechend deine Haftpflichtversicherung. Liegt ein Haftpflichtschaden vor, zahlt die Versicherung allerdings nur den Zeitwert des beschädigten Inventars. Handelt es sich um einen Hausratschaden, würde der Neuwert des betroffenen, beweglichen Inventars ersetzt werden.

Fazit

Schäden oder Verunreinigung an den Wasserleitungen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Durch eine unsachgemäße Rohrreinigung oder einen Rohrbruch können erhebliche Folgeschäden entstehen. Kommt es zu einem Wasserschaden, fallen zusätzlich zu den Abflussreparaturarbeiten noch Kosten für Trocknung und Sanierung an. In der Regel werden die Kosten jedoch von der Versicherung übernommen. Welche Versicherung zuständig ist, hängt davon ab, welche Teile der Wohnung betroffen sind und wie der Schaden zustande gekommen ist. Schäden an den Leitungen und der Bausubstanz übernimmt die Wohngebäudeversicherung. Für Schäden am beweglichen Inventar ist die Haftpflichtversicherung zuständig. Ist eine dritte Person für den Schaden verantwortlich, übernimmt die Haftpflichtversicherung des Verursachers einen Teil der Kosten. Damit du nicht auf deinem Schaden sitzen bleibst, solltest du ihn unbedingt dokumentieren und vor der Entfernung des betroffenen Mobiliars das Gutachten des Versicherers abwarten.