Die Entwicklung von Individualsoftware kostet im Schnitt zwischen 30.000 € und 50.000 €. Die Preise können jedoch stark abweichen, je nach Aufwand.

Software-Entwickler gehören zu den Gutverdienern. Das Monatsgehalt eines ausgebildeten Software-Entwicklers liegt bei rund 5.000 € brutto und zählt zu den bestbezahlten Berufen. Seine Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig. Es gibt Spezialisten für nahezu jeden Bereich, beispielsweise Desktop-Entwickler, Mobile-Entwickler, Software-Architekten, Agile Entwickler, Grafik- und Frontend-Programmierer, Data Scientists, mathematisch-naturwissenschaftliche Entwickler, Embedded-Entwickler, usw. Aus diesem Grund handelt es sich bei Softwareentwicklern nicht selten auch um Quereinsteiger aus der Wissenschaft, die sich das Programmieren nachträglich angeeignet haben. Du bist Unternehmer und denkst darüber nach, einen Software-Entwickler zu beauftragen? Wir zeigen dir, was du über Softwareentwicklung wissen musst und welche Kosten auf dich zukommen …

Was kostet ein Software-Entwickler pro Stunde?

Der Stundensatz eines Software-Entwicklers beträgt durchschnittlich zwischen 120 und 180 €. Freelancer sind teilweise schon ab 80 € pro Stunde zu haben.

Manche Kunden setzen auch auf Dienstleister aus dem Ausland. In Ländern wie Vietnam oder Polen betragen die Stundensätze nur einen Bruchteil derer, die deutsche Softwareentwickler abrufen. Hier stellt sich allerdings die Frage, ob es für dein Projekt sinnvoll ist, es an einen ausländischen Kollegen zu übergeben.

Die Stundensätze ergeben sich zum einen aus der Expertise der Entwickler, aber auch aus der Größe des Entwickler-Teams. Große Agenturen mit 30-köpfigen Entwickler-Teams verlangen pro Entwickler und Stunde in der Regel mehr als kleine Agenturen mit drei bis 10 Mitarbeitern.

Aber auch die Zielgruppe der Agentur spielt eine Rolle bei der Preisgestaltung. Agenturen, die Großkonzerne betreuen, können deutlich höhere Stundensätze abrufen als solche, die eher kleine Kunden oder Einzelunternehmer betreuen.

Gut zu wissen: Für die Entwicklung von Individualsoftware fallen im Schnitt etwa 400 Arbeitsstunden an. Multipliziert mit einem Stundensatz von 120 € ergeben sich Gesamtkosten in Höhe von 48.000 €.

Eine ganz schöne Hausnummer, oder?

Ganz ehrlich: Hast du mit diesen Preisen gerechnet oder läuft es dir gerade eiskalt den Rücken herunter?

Meistens schockieren uns die Preise vor allem dann, wenn wir nicht genau nachvollziehen können, wie diese zustande kommen. Deshalb klären wir im nächsten Abschnitt, warum Softwareentwicklung so teuer ist.

Warum ist eine Softwareentwicklung so teuer?

Dass Softwareentwicklung nicht ganz billig ist, haben wir gerade schon festgestellt. Aber warum ist die Entwicklung von Software eigentlich so teuer und kann man da was drehen? Die Antwort lautet ja. Es gibt einige Stellschrauben bei den Kosten der Softwareentwicklung, die du als Kunde beeinflussen kannst, wenn du weißt, welche es sind. Hier die wichtigsten im Überblick  …

Projektkomplexität

Es gibt bestimmte Faktoren, die beeinflussen, ob ein Projekt für eine Softwareentwicklung besonders komplex und damit teuer ist. Dazu gehören Ungewissheit, Neuheit und Sicherheitsaspekte. Wenn also immer wieder Anpassungen und Änderungen erforderlich sind, modernste Technologie eingesetzt werden soll oder sehr hohe Anforderungen an die Sicherheit beachtet werden müssen, erhöht das die Projektkomplexität und damit die zu erwartenden Kosten des Projekts. Dasselbe gilt übrigens auch für den Funktionsumfang. Überlege dir am besten genau, welche Funktionen unbedingt sein müssen und worauf du verzichten kannst. Lasse dich im Zweifel dazu von deiner Agentur beraten!

Zeitaufwand

Ein Aspekt, der wesentlich mit der Projektkomplexität einhergeht, ist der Zeitaufwand. Je mehr Zeitaufwand für ein Projekt anfällt, desto teurer wird’s - so weit, so gut. Aber wie kannst du den Zeitaufwand als Kunde einschätzen? Hier ein Überblick über die den durchschnittlichen Zeitaufwand unterschiedlich komplexer Projekte:

Komplexität

Einfach

Mittel

Komplex

Durchschnittlicher Zeitaufwand

400 - 700 Stunden

700 - 1.200 Stunden

über 1.200 Stunden

Projektbeispiel

Software mit einfachen Funktionen und Design ohne Integrationen

Software mit komplexeren Funktionen und einer animierten Oberfläche

Software mit komplexer Architektur, die hohe Sicherheitsanforderunen bedient, viele Integrationen enthält u. modernste Technologie verwendet

Integrationen

Häufig werden bei der zu entwickelnden Software Integrationen von Drittanbietern eingebunden, wie zum Beispiel Online-Bezahlsysteme. Aber auch die Integration von Geschäftsanwendungen wie ERP, CRM, Supply Chain Management, usw. ist gängig. Letztere kann zum Beispiel auch die Integration von Echtzeitdaten der Lieferkette enthalten. Und auch eine Integration von künstlicher Intelligenz oder Blockchain-Technologie ist möglich. Theoretisch sind den Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Je individueller die Lösung allerdings ausfällt, desto höher sind auch Aufwand und Kosten.

UI-/UX-Design

Eine Software soll nicht nur funktionell, sondern auch benutzerfreundlich sein. Das beste Programm nützt nichts, wenn die Anwendung kompliziert und wenig intuitiv ist. Deshalb gibt es UI-/UX-Designer. Das UI-Design umfasst dabei die visuelle Gestaltung der Benutzeroberfläche, während das UX-Design für die leichte und positive Bedienbarkeit der Software zuständig ist. Hier sind einige Spielereien möglich, die mehr oder weniger unnötig sind. Dazu gehören zum Beispiel die Einbindung von Motion Design oder 3D-Modellierung. Und auch die Anzahl der gewünschten Funktionen kann den Aufwand für das UI-/UX-Design massiv erhöhen. Überlege dir daher genau, welche Funktionen nützlich und notwendig sind und welche einfach nur eine schöne Spielerei sind.

Human Ressources

Ohne Software-Entwickler geht es nicht und diese lassen sich gut bezahlen. Je komplexer und spezifischer das Projekt ist, desto mehr Spezialisten werden benötigt. Diese unterscheiden sich in ihren Rollen und Erfahrungsstufen. In der Regel sind an mittelgroßen bis großen Projekten Business Analysten, Projektmanager, Architekten, Entwickler, Tester und Designer beteiligt. Diese unterscheiden sich wiederum in ihren Erfahrungsstufen, nämlich Junior, Middle oder Senior.

Interne Kosten des Agenturbetriebs

Neben den Kosten für die Softwareentwicklung selbst, zahlst du als Kunde automatisch auch die internen Kosten des Agenturbetriebs mit. Alles andere wäre für die Agentur auch nicht wirtschaftlich. Diese umfassen beispielsweise die Kosten für Personalgewinnung, Lohnnebenkosten, Kosten für Lizenzen, Kosten für Arbeitsplätze, inklusive Hardware, Software, Räumlichkeiten und Energie sowie Kosten für Schulungen und Weiterbildungen der Mitarbeiter. Wenn du hier Kosten sparen möchtest, kannst du zum Beispiel auch einen Freelancer oder eine kleine Agentur engagieren. Das funktioniert natürlich nur, wenn dein Projekt auch für ein kleines Team machbar ist.

Wie lange dauert die Entwicklung einer Software?

Die Entwicklung von Individualsoftware benötigt im Schnitt etwa 400 Arbeitsstunden. Der Aufwand steigt mit der steigenden Komplexität der Software. Die Entwicklung einer komplexen Software mit einer umfangreichen Architektur, hohen Sicherheitsanforderungen und der Implementierung modernster Technologie kann auch weit über 1.200 Arbeitsstunden betragen. Aufs Jahr gesehen kannst du für dein Projekt im Schnitt zwischen drei und sechs Monate einplanen.

Es gibt allerdings einige Stolpersteine, die du beachten solltest, damit sich dein Projekt nicht unnötig in die Länge zieht:

Planung

Viele IT-Projekte scheitern an mangelhafter Planung, sowohl von Kunden- als auch von Agenturseite. Ohne ein umfassendes Konzept sind die Entwickler kaum dazu in der Lage, eine qualifizierte Aussage über den potentiellen Zeitaufwand des Projekts zu machen. Hinzu kommt häufig noch, dass der Kunde nicht dazu in der Lage ist, seine Anforderungen konkret und umfassend genug zu formulieren. Versuche zu verhindern, dass dein Projekt ohne Plan in die Umsetzung geht, indem du dich vergewisserst, dass deine Anforderungen verstanden worden!

Knowhow der Entwickler

Augen auf bei der Entwickler-Wahl! Nicht jede Agentur und jedes Entwickler-Team ist dazu in der Lage, das von dir gewünschte Projekt auch umzusetzen. Das kann zum einen daran liegen, dass die Entwickler normalerweise nicht in deinem Bereich unterwegs sind. Zum anderen können aber auch spezifische Anforderungen der Grund sein, die sich die Entwickler “on the project” für die Entwicklung deiner Software aneignen müssen. Um dieses Risiko möglichst gering zu halten, solltest du von Vornherein nach einer Agentur Ausschau halten, die deinen Anforderungen auch gerecht werden kann. Experten in deiner Nähe findest du zum Beispiel auf Listando.

Die besten 10 Software-Entwickler in der Nähe 2022
Suchst du nach einem Experten in der Nähe? Egal ob Handwerker, Nachhilfelehrer oder Fotograf. Hier bist du richtig.

Integrationen externer Komponenten

Auch die Integration externer Komponenten kann ein IT-Projekt unnötig in die Länge ziehen, wenn diese nicht zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Um sicherzustellen, dass dies nicht passiert, sollte die Integration externer Komponenten von vornherein im Zeit- beziehungsweise Projektplan berücksichtigt werden und alle Beteiligten rechtzeitig informiert werden.

Fehler bei der Entwicklung

Ein Fehler während der Programmierung kann fatale Auswirkungen haben, vor allem, wenn er erst in einer späteren Phase sichtbar wird. Den richtigen Code-Schnipsel zu finden, wird dann schnell zur Suche der altbekannten Nadel im Heuhaufen - und das kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Fehler lassen sich zwar nicht immer ganz vermeiden. Sie können allerdings insoweit verringert werden, als dass die Zeitplanung realistisch erfolgt. Unter Druck geschehen bekanntlich die meisten Fehler.

Software selbst entwickeln oder kaufen?

Viele Unternehmen kaufen kommerzielle Standardsoftware, sogenannte COTS, für den Unternehmensbetrieb ein. Je größer und komplexer die Unternehmensstruktur wird, desto relevanter werden jedoch individuelle Lösungen, die speziell auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten sind. Diese gehen jedoch auch mit deutlich höheren Kosten und einer langen Produkteinführungszeit einher. Wofür also entscheiden? Software selbst entwickeln oder kaufen? Hier ein Überblick über die Vor- und Nachteile von COTS versus Individualsoftware:


COTS

Individualsoftware

Vorteile

  • kurze Produkteinführungszeit

  • niedrige Engineering-Kosten

  • geringes Risiko

  • sofortige Nutzbarkeit

  • hohe Flexibilität

  • vielseitige, unternehmensspezifische Integrationen möglich

  • Leistungsumfang kann selbst bestimmt werden

  • eigener Ansprechpartner ermöglicht schnelle Reaktionsfähigkeit und Mitsprache bei Änderungen

  • keine oder nur geringfügige Mitarbeiterschulung nötig, da die Anwendung intuitiv ist

Nachteile

  • keine individuellen Anpassungen möglich

  • eventuell nicht kompatibel mit der betrieblichen Prozessor-Architektur

  • umfassende Schulung der Mitarbeiter nötig

  • regelmäßige Lizenzgebühren

  • kein bzw. wenig Einfluss auf Updates und Produktanpassungen

  • hohe Projektkosten

  • lange Produkteinführungszeit

  • Regelmäßige, individuelle Betreuung nötig

Du möchtest mehr über Kosten und Nutzen von Individualsoftware für dein Unternehmen erfahren? Die besten Softwareentwickler findest du zum Beispiel bei Listando.

Fazit

Die Entwicklung von Individualsoftware ist nicht ganz billig, kann sich aber auf jeden Fall lohnen. Das gilt vor allem für mittlere und große Unternehmen. Im Schnitt fallen zwischen 30.000 und 50.000 € für die Softwareentwicklung an. Daran sind oft ganze Entwickler-Teams mit unterschiedlicher Ausrichtung und Expertise beteiligt. Die hohen Kosten ergeben sich vor allem aus der Projektkomplexität und dem damit verbundenen Zeitaufwand. Ist eine besonders komplexe und innovative Lösung mit hohen Sicherheitsanforderungen gewünscht, können die Kosten deutlich höher ausfallen. Und auch ineffiziente Prozesse, die den Zeitaufwand erhöhen, können zu höheren Kosten führen. Alternativ kannst du auch eine Standardsoftware kaufen. Diese lässt sich jedoch nicht individuell auf die Bedürfnisse deines Unternehmens anpassen. Je größer und komplexer dein Unternehmen ist, desto eher lohnt sich daher eine Individualsoftware.