Du möchtest in deinem Garten, in deiner Einfahrt oder auf deiner Terrasse selbst Pflastersteine verlegen? Gute Entscheidung, bevor du weiter durch den Matsch laufen musst! FlĂ€chen und Wege aus Pflastersteinen sind nicht nur schön anzusehen, sie erlaube es dir auch, trockenen Fußes und mit sauberen Schuhen ins Gartenhaus zu gelangen, oder bilden eine ebene Hof- oder CarportflĂ€che. Auch gepflasterte Terrassen kannst du mit schönen Verlegemustern ansprechend gestalten. Pflaster verlegen ist kein Hexenwerk, als versierter Heimwerker kannst du leicht deine Einfahrt pflastern oder deinen Gartenweg pflastern.

Wir zeigen dir Schritt fĂŒr Schritt, wie du die Pflastersteine selbst verlegen kannst und worauf du achten musst.

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Pflastersteine verlegen: Das Wichtigste in KĂŒrze

  • Mit Pflastersteinen hast du ein solides Fundament fĂŒr Wege, Einfahrten und sogar fĂŒr die Terrasse.
  • Du kannst mit Verlegemustern deine PflasterflĂ€che optisch schön gestalten.
  • Du musst sorgfĂ€ltig planen und vorbereiten, damit das Ergebnis solide und stabil wird.

Welches Material benötige ich?

FĂŒr die Pflasterarbeiten benötigst du folgendes Werkzeug:

  • SchnurnĂ€gel
  • FĂ€ustel
  • Zollstock
  • Ölkreide/Bleistift
  • Maurerschnur
  • Wasserwaage
  • Abziehlatte
  • Abziehstange
  • Gummihammer
  • RĂŒttelplatte mit Gummimatte
  • große Flex, Nassschneidetisch oder Steinknacke
  • Schaufel
  • Spaten
  • Besen
  • Kelle
  • Eimer
  • Minibagger (Mieten im Baumarkt)

Diese Material benötigst du fĂŒr deine Pflasterarbeiten:

  • Schottertragschicht, Körnung: 0/32 mm oder auch 0/45 mm
  • Splitt ⅖ mm
  • Pflastersteine
  • Fugensand oder Fugensplitt

Welche Verlegemuster gibt es bei Pflasterarbeiten?

Wusstest du, dass das Wort Pflaster aus dem Althochdeutschen stammt und Mörtel oder Fußboden bedeutet? Heutzutage versteht man unter einem Pflaster den Belag fĂŒr private oder öffentliche Verkehrswege. Dabei können die Steine in unterschiedlichen Verlegemustern oder VerbĂ€nden verlegt werden, damit erzielst du eine schöne Optik. Die bekanntesten Muster sind:

LĂ€uferverband

LĂ€uferverband
LĂ€uferverband

Der Klassiker ist der LĂ€uferverband. Dabei setzte du die Steine gleichmĂ€ĂŸig in einzelnen Bahnen leicht versetzt zueinander, wie beim Bau einer Mauer. So bilden sich keine Kreuzfugen. Wenn du dabei die Pflastersteine lĂ€ngs statt quer verlegst, entsteht auch wenig Verschnitt. Wenn du eine besonders stabile FlĂ€che oder einen stabilen Weg pflastern möchtest, dann ist der LĂ€uferverband deine erste Wahl.

Blockverband

Das Muster Blockverband sieht wie ein Schachbrettmuster aus
Das Muster Blockverband sieht wie ein Schachbrettmuster aus

Ein Blockverband ist vergleichsweise einfach aufgebaut. Du setzt bei diesem Verlegemuster immer zwei Steine zu einem Quadrat zusammen. Die jeweils daneben liegenden Steine sind um 90 Grad gedreht. Bei diesem Muster entsteht kein Verschnitt und du kannst die Breite des Weges oder der FlÀche einfach nach dem Muster ausrichten. Fertig, wirkt der Blockverband wie ein Schachbrettmuster.

FischgrÀtverband

FischgrÀtverband
FischgrÀtverband

Ein sehr schönes, aber auch aufwendiges Muster ist der FischgrĂ€tverband. Die Steine stoßen bei diesem Verlegemuster gegenlĂ€ufig aneinander. Wenn du die Pflastersteine diagonal verlegst, entsteht viel Verschnitt. Besonders fĂŒr befahrene FlĂ€chen wie die Einfahrt ist der FischgrĂ€tverband gut geeignet.

Flechtverband

So gelegt, hast du keine großen LĂŒcken im Flechtverband
So gelegt, hast du keine großen LĂŒcken im Flechtverband

Wenn das Regenwasser gut versickern soll, dann ist der Flechtverband fĂŒr deinen Gartenweg gut geeignet. Denn hier entstehen zwischen den einzelnen Steinen immer kleine LĂŒcken mit einer großen Fugenbreite, die du mit Kies als Fugenmaterial auffĂŒllen kannst. Daher wird der Flechtverband auch Sickerverband genannt. Dabei legst du an einen senkrechten Stein mittig einen waagerecht und umgekehrt. Alternativ kannst du einen geschlossenen Flechtverband legen, in diesem Fall arbeitest du mit unterschiedlich großen Steinen.

Kreismuster

Kreismuster sind ein schöner Hingucker
Kreismuster sind ein schöner Hingucker

Als besonderer Hingucker auf deiner Terrasse ist ein Kreismuster die Wahl. Dies solltest du nur versuchen, wenn du ein geĂŒbter Heimwerker bist. Dabei setzt du als Erstes ein Quadrat aus vier Steinen und verlegst anschließend die restlichen Steine in Kreisform um das Quadrat drumherum.

Schuppenmuster

Das Schuppenmuster ist sehr auffÀllig
Das Schuppenmuster ist sehr auffÀllig

Ein weiteres sehr auffĂ€lliges Muster ist das Schuppenmuster in der PflasterflĂ€che. Dabei setzt du als Erstes die Ă€ußeren Steine und fĂŒllst anschließend die FlĂ€che von oben nach unten in Kreisform auf. Ideal zur Geltung kommt das Muster, wenn du fĂŒr die Ă€ußere Reihe anders farbige Pflastersteine verwendest.

Wilde VerbÀnde

Wilder Verband mit unterschiedlich großen Pflastersteinen
Wilder Verband mit unterschiedlich großen Pflastersteinen

Bei wilden VerbĂ€nden verwendest du unterschiedlich große Pflastersteine und folgst bei der Verlegung keinem vorgegebenem Muster. Die Steine liegen ohne eine bestimmte Richtung, so erhĂ€ltst du eine interessante Optik fĂŒr deine PflasterflĂ€che. Verlege die Steine einfach, wie es dir in den Sinn kommt. Du kannst zum Beispiel auch wilden Bruchstein verwenden, dann ist der wilde Verband zwar aufwendiger zu legen, denn damit eine zusammenhĂ€ngende PflasterflĂ€che entsteht, musst du die unregelmĂ€ĂŸigen Steine genau aussuchen oder anpassen.

Pflastersteine verlegen Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung

Jetzt geht es an das Verlegen der Pflastersteine, wir zeigen dir Schritt fĂŒr Schritt, wie es funktioniert.

1. Schritt: Die FlĂ€che mit RichtschnĂŒren abstecken

Damit du fĂŒr das Fundament genau weißt, wo du ausheben musst, solltest du als Erstes mit einer Schnur die FlĂ€che oder den Weg abstecken, der spĂ€ter gepflastert werden soll.

2. Schritt: Untergrund entsprechend vorbereiten

Egal ob du deine Pflastersteine im Splittbett oder fest in Mörtel verlegen möchtest, du brauchst als Untergrund ein stabiles Fundament: das Pflasterbett. Wenn du keinen verdichteten Untergrund hast, dann sinken die Steine mit der Zeit ab und es entstehen MaterialschÀden.

FĂŒr ein solides Fundament ist es notwendig, dass du den Teil der FlĂ€che, die du pflastern möchtest, aushebst und anschließend mit der RĂŒttelplatte verdichtest. Dabei sollte die Tiefe des Aushubs mindestens 40 cm betragen, so hĂ€lt die FlĂ€che auch starker Belastung, wie bei einer Hofeinfahrt, stand. Bei weniger starken Belastungen, wie bei einem Gartenweg, reicht oft ein Aushub von 20 cm bis 30 cm.

FĂŒr den Aushub kannst du im Baumarkt einen Minibagger mieten oder bei kleineren FlĂ€chen in mit der Schaufel und Spaten vornehmen. Achte auf ein ganz leichtes GefĂ€lle, so kann der Regen besser abfließen.

Zur Verdichtung des Untergrundes und der PflasterflĂ€che solltest du diese mit einer RĂŒttelplatte abrĂŒtteln. Du kannst RĂŒttelplatten oft in jedem Baumarkt mieten.

3. Schotterschicht befĂŒllen

verdichte die Schotterschicht mit der RĂŒttelplatte bevor du den Verlegesand aufbringst
verdichte die Schotterschicht mit der RĂŒttelplatte bevor du den Verlegesand aufbringst

Die ausgehobene FlĂ€che befĂŒllst du nun mit einer Schotterschicht, welche ca. 10 - 12 cm unter dem Rand der OberflĂ€che endet. Anschließend verdichtest du die Schotterschicht ebenfalls mit der RĂŒttelplatte. Passe die endgĂŒltige Höhe der Schotterschicht an die Höhe der verwendeten Pflastersteine an.

4. Verlegesand oder Verlegesplitt anlegen

Verlegesand oder Verlegesplitt gleicht die unterschiedlichen Höhen aus
Verlegesand oder Verlegesplitt gleicht die unterschiedlichen Höhen aus

Auf die verdichtete Schotterschicht kommt jetzt eine ca. 5 cm hohe Lage Verlegesand oder Verlegesplitt. Diese Schicht gleicht die unterschiedlichen Höhen der verschiedenen (Natur-)Steine aus. Bevor du mit dem Verlegen der ersten Steine beginnst, solltest du darauf achten, dass du diese Schicht ebenfalls abgezogen (eingeebnet) hast.

5. Verlege die Randsteine

FĂŒr das Verlegen der Randsteine solltest du immer eine RĂŒckenstĂŒtze aus Magerbeton anbringen. Denn ohne eine Randbegrenzung, kann es sein, dass die Steine wandern. Die Pflastersteine, welche als Einfassung dienen, sollten immer eine RĂŒckenstĂŒtze aus Beton haben, so erreichst du eine hohe StabilitĂ€t der gepflasterten FlĂ€che.

6. Pflastersteine im Muster deiner Wahl verlegen

Klopfe die Pflastersteine mit einem Gummihammer leicht an
Klopfe die Pflastersteine mit einem Gummihammer leicht an

Anschließend kannst du alle Pflastersteine problemlos selbst verlegen. WĂ€hle ein Muster vorher aus und klopfe sie mit einem Gummihammer in den Untergrund ein. Dabei bestimmst du die GrĂ¶ĂŸe der Fugen selbst.

7. Gepflasterte FlĂ€che mit der RĂŒttelplatte verdichten

Nach dem Pflastern wird mit der RĂŒttelplatte verdichtet
Nach dem Pflastern wird mit der RĂŒttelplatte verdichtet

Jetzt wird die gepflasterte FlĂ€che mit der RĂŒttelplatte abgerĂŒttelt und verdichtet, so sinken die Steine auch noch etwas ab und haben anschließend alle die gleiche Höhe.

8. ImprÀgniere die Pflastersteine

Du kannst die Pflastersteine nun imprÀgnieren, um sie zu versiegeln.

9. Fugensand einfegen

Fugensand einfegen
Fugensand einfegen

Im letzten Schritt wird in die Fugen der Pflastersteine noch Quarzsand (Brechsand) eingekehrt. Anschließend wĂ€sserst du diesen, so hĂ€rtet er aus.

Was kostet das Pflastersteine verlegen?

Der Preis hĂ€ngt immer von deinem verwendeten Material und der GrĂ¶ĂŸe deiner FlĂ€che fĂŒr die Pflastersteine ab. Betonsteine findest du im Fachhandel schon fĂŒr 10 bis 20 € pro mÂČ. FĂŒr Naturstein können die Kosten bei bis zu 100 € pro mÂČ liegen. Sand und Splitt sind allerdings vergleichsweise gĂŒnstig zu bekommen, so kostet ein Sandsack maximal 10 € und Splitt gibt es meist schon ab 3 € pro mÂČ. FĂŒr die geliehene RĂŒttelplatte und den geliehenen Minibagger fallen natĂŒrlich noch LeihgebĂŒhren an.

Was kostet ein Pflasterer? (Preise 2023) | Listando
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FAQ: HĂ€ufig gestellte Fragen zu Pflasterarbeiten

Wie werden Pflastersteine richtig verlegt?

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Das wichtigste ist ein stabiles Fundament aus Splitt und Kies unter den Pflastersteinen von 20 bis 40 cm, je nach Belastung der FlĂ€che. Anschließend kommt Verlegesplitt oder Verlegesand auf die verdichtete FlĂ€che (RĂŒttelplatte!). Erst danach beginnt das eigentliche Pflastern. Auch das Pflaster musst du anschließend mit einer RĂŒttelplatte einebnen. 

Wie viel Schotter und Split unter Pflastersteine?

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Eine Basis aus Schotter sollte mindestens 20 bis 40 cm dick sein. So gewĂ€hrleistet du, dass die Steine nicht wandern und das Wasser gut in den Untergrund abfließt. 

Was ist der richtige Unterbau zum Pflastern?

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Je nach Belastung und Bodenbeschaffenheit nimmst du als Unterbau zum Pflastern eine 20 bis 40 cm starke Tragschicht aus Kies, Splitt und/oder Schotter.