Die Kosten für eine Hypnosebehandlung beginnen ab etwa 50 € bis 80 € pro Stunde. Je nach Anwendungsbereich schwanken die Preise mitunter erheblich.

Der neue Trend geht zum Hypnotiseur. Egal ob zur Raucherentwöhnung, für spirituelle oder gesundheitliche Zwecke, in der Psychotherapie oder im Businesskontext - Hypnose findet immer mehr Anwendungsbereiche. Kein Wunder, dass die Nachfrage nach qualifizierten Hypnosetherapeuten steigt. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Berufsbild, was kostet ein Hypnotiseur und unter welchen Umständen übernimmt sogar eine Versicherung die Kosten für Hypnose? Alle diese Fragen beantworten wir in diesem Artikel …

Welche Arten von Hypnose gibt es?

Hypnose bezeichnet ein Verfahren, durch das eine Person in einen Trance-Zustand versetzt wird. Der Hypnotiseur leitet die Hypnose ein, führt durch die Hypnose und auch wieder heraus. Es gibt verschiedene Arten von Hypnose, die in unterschiedlichen Bereichen Anwendung finden. Einige von ihnen können auch alleine, ohne die Anwesenheit eines Therapeuten, angewendet werden, so zum Beispiel das autogene Training, die Fantasiereise oder die sogenannte Ablationshypnose, bei der über eine Tonaufnahme oder bestimmte Signalreize eine erlebte Hypnose fortlaufend wiederholt werden kann.

In der Hypnosetherapie finden meist die folgenden Hypnosearten Anwendung:

Analytische Hypnose

Diese Hypnoseart, die auch als Hypnoanalyse, Hypno-Analytik oder aufdeckende Hypnose bezeichnet wird, hat zum Ziel, während des Trance-Zustands die Ursache für ein bestehendes Problem zu finden. Sie ähnelt der klassischen Psychoanalyse und beinhaltet üblicherweise die Rückführung in das Alter, in dem das Problem aufgetreten ist (Altersregression) sowie das sogenannte Reframing, bei dem die Betrachtungsweise der Situation verändert wird. Dadurch werden negative Emotionen tief im Unterbewusstsein verarbeitet. Die analytische Hypnose findet zum Beispiel in der Traumatherapie oder der Behandlung von Ängsten und Angststörungen Anwendung. Der Vorteil der analytischen Hypnose ist, dass auch tiefsitzende Traumata aus frühester Kindheit behandelt werden können, an die sich der Patient möglicherweise nicht einmal erinnert.

Blitzhypnose

Bei der Blitzhypnose wird der Patient innerhalb kürzester Zeit hypnotisiert. Der Hypnotiseur versetzt dabei den Patienten binnen Sekunden in einen Trance-Zustand. Ob der Patient an Hypnose glaubt, spielt dabei keine Rolle. Du hast diese Technik sicherlich schon einmal während einer Showhypnose beobachtet. Dabei bedienen sich die Hypnotiseure vorzugsweise der sogenannten Technik des Umfallens. Wie funktioniert diese Technik? Bei der Blitzhypnose kommen in der Regel sogenannte Suggestionen zum Einsatz. Diese aktivieren und verstärken die Trance. Zu therapeutischen Zwecken kommt die Blitzhypnose zum Beispiel bei der Raucherentwöhnung, in der Schmerztherapie sowie der Angsttherapie zur Anwendung.

Klinische Hypnose

Bei der klinischen Hypnosetherapie nach Milton Erickson wird der Patient mittels gezielter Gesprächsführung, unter Einsatz sprachlicher Finessen und Metaphern, unterbewusst zu tiefen Erkenntnissen geführt. Auch Suggestionen werden dabei so eingebaut, dass der Patient gar nicht merkt, dass er hypnotisiert wird. Dieser befindet sich dabei in einer Art Wachtrance, die ihm nicht bewusst ist. Viele Patienten empfinden die klinische Hypnose daher nicht wirklich als Hypnose, sondern vielmehr als ein normales Gespräch. Die klinische Hypnose findet hauptsächlich im psychotherapeutischen Bereich Anwendung.

Tiefenhypnose

Bei der Tiefenhypnose wird der Patient in eine Tieftrance, also einen sehr tiefen, hypnotischen Zustand versetzt. Dabei können sehr tiefgreifende Veränderungen herbeigeführt werden, bis hin zu einer konstruierten Amnesie oder Halluzinationen. Dadurch wird eine dauerhafte Heilung ermöglicht. Die Anwendungsbereiche der Tiefenhypnose sind vielseitig. Sie eignet sich für fast alle Bereiche. So können zum Beispiel im Rahmen der Schmerztherapie unbewusste Blockaden aufgelöst werden, die verantwortlich für Migräneattacken sind. Gleichermaßen können auch Phobien vollständig beseitigt werden. Die Tiefenhypnose findet aber auch Anwendung bei der Raucherentwöhnung sowie zur Gewichtsreduktion. Und auch bei Geburten kann eine Tiefenhypnose die werdende Mutter, ohne den Einsatz von Schmerzmitteln, erhebliche Erleichterung verschaffen.

Zudeckende Hypnose

Die zudeckende Hypnose wird auch als direktive Hypnose bezeichnet. Sie zielt weniger auf die Ursachenbeseitigung von Problemen ab. Unerwünschte Gedanken und Gefühle werden vielmehr zugedeckt, sodass die Symptome verschwinden. Bei tiefsitzenden Traumata, insbesondere solche, die in der frühen Kindheit aufgetreten sind, funktioniert diese Methode allerdings nicht. In der Regel werden während der zudeckenden Hypnose Suggestionen angewendet. So wird beispielsweise einer Frau, die gerne Schokolade isst, suggeriert, dass sie jetzt gesundes Essen vorzieht oder einem Raucher suggeriert, dass die Zigarette nicht mehr schmeckt. Die zudeckende Hypnose konzentriert sich darauf, alte Verletzungen nicht wieder aufleben zu lassen und stattdessen neue Wege zu finden. Sie wird zum Beispiel zur Stärkung des Selbstwerts, zur Gewichtsreduktion, zur Raucherentwöhnung oder bei der Behandlung von Ängsten angewendet.

Leerhypnose

Diese Form der Hypnose verfolgt per se keinen therapeutischen Zweck. Sie dient lediglich einer heilsamen Entspannung. Zuerst wird dabei ein Trance-Zustand eingeleitet, der dann ohne weitere Suggestionen aufrechterhalten wird und im Idealfall in den Schlaf übergeht. Die Leerhypnose kann sowohl durch einen Hypnotiseur als auch via Selbsthypnose eingeleitet werden. Der Zustand unter einer Leerhypnose ist vergleichbar mit dem bei einer Meditation oder einer progressiven Muskelentspannung. Leerhypnose kann zum Beispiel zur (Selbst-)Behandlung von Stress oder (Einschlaf-)störungen genutzt werden.

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Was kostet ein Hypnotiseur pro Stunde?

Der Stundensatz für einen Hypnotiseur beginnt bei rund 50 € netto. Je nach Anwendungsbereich liegen die Kosten allerdings deutlich darüber. Außerdem schwanken die Preise auch von Region zu Region. Und auch Pauschalangebote, zum Beispiel zur Gewichtsreduktion oder zur Raucherentwöhnung, sind gängig.

In der Regel umfasst die Hypnosebehandlung ein Erstgespräch mit einer umfassenden Anamnese und anschließend mehrere Therapiesitzungen.

So berechnen sich die Kosten:

Leistung

Preis

Erstgespräch und Anamnese, 2 Stunden

ca. 160,- €

einzelne Hypnosesitzung, ca. 1 Stunde

ca. 50 - 80,- €

Nachbesprechung, ca. 1 Stunde

ca. 50 - 80,- €

Paketpreis Rauchentwöhnung, 2 Termine, inklusive Anamnese und Nachbesprechung

ab ca. 300,- €

Paketpreis Gewichtsreduktion, 3 Termine, inklusive Anamnese und Nachbesprechung

ab ca. 450,- €

Hypnose beim Zahnarzt, je Sitzung

ca. 100,-€

Was kostet ein Hypnotiseur zur Raucherentwöhnung?

Für viele Raucher ist Hypnose eine begehrte Behandlungsmethode, um endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Viele schaffen es nicht alleine und erhoffen sich von der Hypnose zur Raucherentwöhnung eine Art Wunderheilung. Die Kosten pro Sitzung liegen meistens zwischen 100 und 300 € und müssen komplett privat bezahlt werden. Je nach Wohnort, können die Kosten auch geringer ausfallen. Außerdem bieten manche Hypnotiseure Pauschalpakete zur Raucherentwöhnung an. Diese enthalten im Schnitt zwei bis drei Sitzungen. Für eine erfolgreiche Behandlung bedarf es jedoch oft mehrerer Sitzungen, im Schnitt zwischen vier und acht. Insgesamt kostet dich die Raucherentwöhnung per Hypnose also zwischen 300 und 800 €. Verglichen mit den Ausgaben für den Tabakkonsum gar nicht mal so viel, oder?

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Welche Versicherung übernimmt die Kosten für einen Hypnotiseur?

Hypnose ist aus wissenschaftlicher und medizinischer Sicht mittlerweile eine anerkannte Methode. Dennoch zählt sie zu den alternativen Methoden und wird von gesetzlichen Krankenversicherungen in der Regel nicht übernommen. Anders verhält es sich bei den privaten Krankenversicherungen. Diese übernehmen fast uneingeschränkt die Kosten für alternative Heilmethoden wie Hypnose oder den Besuch beim Heilpraktiker.

In bestimmten Fällen werden die Kosten für die Hypnose auch von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, so zum Beispiel bei der zahnärztlichen Hypnose. Hier kommt diese alternative Behandlungsmethode der Beruhigung von Angstpatienten zugute. Sie ersetzt teilweise eine Narkotisierung oder geht dieser voraus.

Auch die Hypnose im Rahmen einer Psychotherapie ist möglich und diese bezahlt auch die gesetzliche Krankenkasse. So kann zum Beispiel eine Verhaltenstherapie mit Elementen aus der Hypnosetherapie kombiniert werden. Wenn du dich für eine Hypnose zur Behandlung psychischer Erkrankungen interessierst, kannst du dir zum Beispiel gezielt einen Psychotherapeuten mit Hypnose-Ausbildung suchen.

Fazit

Hypnose ist ein sinnvoller und wirksamer Ansatz zur Bewältigung vielseitiger Probleme. Daher kommt sie in den unterschiedlichsten Bereichen zur Anwendung. Neben dem Einsatz in der Psycho- und Schmerztherapie, wird Hypnose auch zur Bewältigung von Alltagsproblemen wie Schlafstörungen, Stress abbauen, fehlendem Selbstwert oder zur Auflösung negativer Glaubenssätze und Blockaden genutzt. Und auch Raucherentwöhnung und Gewichtsreduktion sind beliebte Einsatzgebiete der Hypnosetherapie. Pro Stunde verlangt ein Hypnotiseur im Schnitt mindestens 50 bis 80 €, je nach Anwendungsgebiet und Region. Manche Hypnosetherapeuten bieten auch Pauschalpakete an. Wer privat krankenversichert ist, kann sich freuen. In den meisten Fällen übernimmt die private Krankenversicherung die Kosten. Gesetzliche Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für eine Hypnosebehandlung hingegen nicht, denn diese zählt, genau wie ein Heilpraktiker, zu den alternativen Behandlungmethoden.